Eine Gruppe internationaler Verbraucherschutzorganisationen hat den Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das Recht auf Gesundheit, Dr. Tlaleng Mofokeng, aufgefordert, die Schadensminderung durch Tabakkonsum (THR) offiziell als wesentliche Strategie der öffentlichen Gesundheit anzuerkennen. In einem umfassenden Brief argumentieren Vertreter von CASA Africa, ARDT Iberoamerica und CAPHRA (Coalition of Asia Pacific Tobacco Harm Reduction Advocates), dass THR im Grunde eine Initiative der öffentlichen Gesundheit und nicht nur ein industriegetriebenes Konzept sei.
Die Koalition betont, dass über 112 Millionen Verbraucher weltweit, überwiegend ehemalige Raucher, auf sicherere Nikotinalternativen vertrauen. Sie verweisen auf erfolgreiche Beispiele in Ländern wie Großbritannien, Japan, Neuseeland und natürlich Schweden, die auf dem besten Weg sind, die Raucherquote bis 2025 auf unter 5 % zu senken. Insbesondere Schwedens Erlangung des „rauchfreien“ Status ist größtenteils auf die weit verbreitete Verwendung von Snus und ähnlichen Produkten mit reduziertem Risiko zurückzuführen.
Die Gruppen warnen, dass übermäßig restriktive Richtlinien, wie sie in Ländern wie Australien und Indien zu beobachten sind, unbeabsichtigt das Wachstum des Schwarzmarkts begünstigt und damit die Ziele der öffentlichen Gesundheit untergraben haben. Sie argumentieren, dass Rauchern der Zugang zu weniger schädlichen Alternativen verwehrt wird, was ihr Recht auf Gesundheit und persönliche Autonomie beeinträchtigt. Der Brief, der durch wissenschaftliche Erkenntnisse renommierter Gesundheitseinrichtungen gestützt wird, fordert die UN auf, bei der Tabakkontrolle Schadensminderungsprinzipien zu übernehmen, die mit denen für Drogenkonsum und sexuelle Gesundheit vergleichbar sind, und sicherzustellen, dass die Richtlinien sowohl evidenzbasiert sind als auch das öffentliche Wohlergehen unterstützen.
Eine Epidemie der Fehlinformationen
Leider sind Fehlinformationen über die relative Sicherheit von Vaping-Produkten nach wie vor weit verbreitet. Ein kürzlich erschienenes YouTube-Video mit dem renommierten THR-Experten Dr. Derek Yach untersuchte die Entwicklung der Schadensminderung und die Vorteile des Vapings für die öffentliche Gesundheit angesichts der mangelhaften Vorschriften Südafrikas. Yach erläuterte den historischen Kontext, die Fehlinformationen der Regierung und den illegalen Markt und erklärte, wie das medizinische Stigma den Fortschritt in seinem Heimatland behindert.
In Südafrika wurde das Argument, dass Dampfen genauso gefährlich wie Rauchen sei, zur Untermauerung eines strengen Regulierungsansatzes verwendet, wobei unabhängige Forschungsergebnisse ignoriert wurden, die darauf hinwiesen, dass Dampfen deutlich weniger schädlich ist als herkömmliche Zigaretten. Bis vor kurzem ermöglichte das Fehlen formeller Produktstandards in Südafrika den Markteintritt von Dampfgeräten minderer Qualität. Das südafrikanische Büro für Standards hat nun jedoch Richtlinien eingeführt, um Sicherheit und Konsistenz zu gewährleisten.
Falsche Informationen über Dampfprodukte führen die Öffentlichkeit weiterhin in die Irre und behindern weltweite Bemühungen zur Schadensminderung. Viele glauben, dass Dampfen genauso gefährlich wie Rauchen ist, obwohl wissenschaftliche Beweise zeigen, dass es deutlich weniger Risiken birgt. Dieses Missverständnis fördert restriktive Vorschriften, hält Raucher davon ab, auf sicherere Alternativen umzusteigen, und trägt zum Schwarzmarkt mit unregulierten Produkten bei. Regierungsbehörden, öffentliche Gesundheitsorganisationen und Medien müssen sicherstellen, dass die Verbraucher genaue Informationen erreichen.